Vortragsankündigung – Einladung

 

 

 

 

 

Dritter Vortrag im Wintersemester 2017/18

 

 

 

 

 

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!

 

 

 

 

 

Am 23. Jänner 2018 findet im Rahmen der Vortragsreihe der ÖGG in Wien in diesem Semester der dritte Vortrag statt. Wir erlauben uns, Sie auf diesen Vortrag hinzuweisen, der aufgrund seines aktuellen Themas und des kompetenten Vortragenden möglicherweise auch Ihr Interesse finden könnte.

 

 

 

 

 

Die Österreichische Geographische Gesellschaft würde sich freuen, Sie als Gast bei dieser Veranstaltung begrüßen zu dürfen.

 

 

 

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Univ.-Doz. Dr. Wolfgang Schwarz (Vortragsorganisation),

Univ.-Prof. Mag. Dr. Helmut Wohlschlägl (Präsident)

 

 

 

 

 

 

 

 

Univ.-Prof. Dr. Kurt Luger

(UNESCO-Lehrstuhl „Kulturelles Erbe und Tourismus“ am Fachbereich Kommunikations- 

wissenschaft, Abteilung Trnskulturelle Kommunikation, Universität Salzburg) 

 

Welterbe-Tourismus und emotionale Geographie. 

Mit Beispielen aus den Alpen und dem Himalaya

 

 Dienstag, 23. Jänner 2018, 18:30 Uhr 

Hörsaal III, Neues Institutsgebäude (NIG), 1010 Wien, Universitätsstraße 7

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Vortrag

Welterbelandschaften gelten als bestgeschützte Regionen, denn sie unterstehen dem Schutz der gesam-ten Menschheit – so sieht das die UNESCO, die mit den Unterzeichnerstaaten der Welterbekonvention einen völkerrechtlich bindenden Vertrag eingegangen ist. Zu diesen gehört auch Österreich und für den Schutz des Welterbes sind subsidiär die entsprechenden staatlichen Einrichtungen verantwortlich, im Regelfall die zuständigen Gemeinden. Es bedarf heutzutage der Erfüllung einer Reihe von Kriterien, um den Welterbe-Status zu erlangen, er gilt als Ausweis höchster Qualität und Wertschätzung. 

 

 

 

 

 

Aber nicht überall wird das so gesehen und geschätzt – die mächtige Baulobby, Investoren, manche Architekten und Stadtentwickler sehen darin eher eine Behinderung für ihre Kreativität, ihr Investment zu vergolden. Wie das gebaute architektonische Erbe in den Städten, so steht auch die geschützte Natur unter Beschuss, denn Schutzräume sind auch Räume des Begehrens – nicht nur für die Investoren, auch für die Touristen, die genau dort etwas Besonderes zu finden hoffen, was sie andernorts nicht finden können. Sind es zu viele zur selben Zeit, so zerstören sie es, indem sie es finden.

 

 

 

 

 

Ganz besonders im Welterbe-Tourismus reisen Menschen Sehnsüchten von größter Bedeutsamkeit nach, wollen diese quasi sakralisierten, die durch das Welterbe-Prädikat geweihten Räume durch eigenen Au-genschein kennenlernen. Daher sind Tourismushabitate Produkte sozialer Konstruktionen und sie werden mit bestimmten Vorstellungen, Werten und Gefühlen aufgeladen. Sie gelten als Heterotope, als Orte des Glücks, und sie werden mit Erlebnishaftem inszeniert. Dieser Begehrensraum wird sinnlich erschlossen und emotional angeeignet als etwas Außerordentliches, als ein glücklich machender Fernraum.

 

 

 

 

 

Zur Person des Vortragenden

 

 

 

Ao. Univ.-Prof. Dr. Kurt Luger

Kurt Luger ist seit 2011 Inhaber des UNESCO-Lehrstuhls „Kulturelles Erbe und Tourismus“ am Fachbereich Kommunikationswissenschaft der Universität Salzburg. Er ist auch der Vorsitzende von „EcoHimal“, der Gesellschaft für Zusammenarbeit Alpen-Himalaya. Seine regio-nalen Arbeitsschwerpunkte bilden die Gebirgsregionen Europas und Asiens. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Arbeit liegen in der grundlegenden Ausleuchtung der kulturwissenschaftlichen Dimension des Tourismus, in der Vermessung des Kulturwandels, in der inter-kulturellen Kommunikation, in der Entwicklungskommunikation und in der Praxis der Entwicklungs-zusammenarbeit. Seit 25 Jahren leitet er Entwicklungsprojekte im Himalaya, war langjähriger Leiter des Instituts für Interdisziplinäre Tourismusforschung sowie der Abteilung Transkulturelle Kommunikation an der Universität Salzburg. Seine jüngsten Forschungsarbeiten betreffen die Entwicklung eines Bench-mark-Systems zur Evaluierung von Welterbestätten und die Aus-wirkungen des Welterbe-Status auf den Tourismus. 

 

 

 

 

 

In den Buchpublikationen der letzten Jahre befasst er sich mit dem Alpentourismus („Alpenreisen“, 2017),  der Mobilität im Tourismus („Tourismus und mobile Freizeit“, 2015), der Bedrohung des architektonischen Erbes („Die bedrohte Stadt“, 2014) sowie mit dem Tourismus und der gesellschaftlichen Entwicklung im Himalaya („Auf der Suche nach dem Ort des ewigen Glücks“, 2014), der Kommodifizierung und Bewahrung des immateriellen Kulturerbes („Kulturelles Erbe und Tourismus“, 2010) und mit der Entwicklung des Welterbetourismus („Welterbe und Tourismus“, 2008).